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FM-induzierte Produktionsverluste und OEE

Facility Management: Fertigung » Strategie » Prozessoptimierung » FM-induzierte Produktionsverluste und OEE

FM-induzierte Produktionsverluste und OEE in der Fertigung mit datengestützter Leistungsanalyse

Den Beitrag des Facility Managements zur Produktionsverfügbarkeit messbar machen

Overall Equipment Effectiveness, kurz OEE, wird in der Fertigung genutzt, um Verfügbarkeit, Leistung und Qualität von Produktionsanlagen zu bewerten. Die bestehende Microsite greift OEE bereits bei der Dimensionierung von Fertigungskapazitäten auf. Gleichzeitig nennt sie ungeplante Stillstände als wesentliche Kennzahl der FM-Prozessqualität. Was bislang fehlt, ist die systematische Verbindung beider Perspektiven.

FM-induzierte Produktionsverluste und OEE systematisch analysieren

Produktionsstillstände nach Ursache differenzieren

Nicht jeder Maschinenstillstand entsteht an der Produktionsmaschine selbst.

Mögliche FM-bezogene Ursachen sind beispielsweise:

  • Spannungsausfall,

  • Druckluftmangel,

  • fehlende Kühlung,

  • RLT-Störung,

  • Wasser- oder Gasversorgung,

  • Netzwerk- oder Infrastrukturausfall,

  • Gebäudeschaden,

  • nicht verfügbare technische Fläche.

Solche Ereignisse sollten in der Produktionsausfallstatistik eindeutig gekennzeichnet werden.

Gemeinsame Ereignisdefinition schaffen

Produktion und FM arbeiten häufig mit unterschiedlichen Tickets und Kennzahlen.

Produktion dokumentiert beispielsweise einen Linienstillstand von 40 Minuten. Das FM-Ticket zeigt dagegen eine technische Reparaturdauer von 25 Minuten.

Beide Werte können korrekt sein.

Zwischen technischer Wiederherstellung und tatsächlichem Wiederanlauf können zusätzliche Produktionsschritte erforderlich sein.

Deshalb ist eine gemeinsame Zeitlogik notwendig.

Sinnvoll können beispielsweise sein:

  • Störungsbeginn: Produktionsbeeinträchtigung beginnt.

  • Meldung FM: Ereignis erreicht die FM-Organisation.

  • Reaktionsbeginn: Bearbeitung startet.

  • Technische Wiederherstellung: Infrastruktur funktioniert wieder.

  • Produktionswiederanlauf: Linie produziert wieder.

Diese Zeitstempel ermöglichen eine wesentlich bessere Ursachenanalyse.

Direkte und indirekte Verluste unterscheiden

Eine FM-Störung kann Produktion vollständig stoppen oder lediglich Leistung reduzieren.

Beispiele:

Eine zu geringe Kühlleistung kann eine Maschine auf reduzierten Betrieb zwingen.

Schlechte Druckluftqualität kann Ausschuss erhöhen.

Unzureichende Hallentemperatur kann Produkt- oder Prozessbedingungen beeinträchtigen.

Damit kann FM sowohl Verfügbarkeit als auch Leistungs- und Qualitätsanteile der OEE beeinflussen.

Pareto der Verlustursachen aufbauen

Regelmäßige Auswertungen sollten zeigen, welche FM-Ursachen die größten Produktionsverluste erzeugen.

Nicht die Anzahl der Tickets ist entscheidend.

Eine einzige zweistündige Energieunterbrechung kann wirtschaftlich bedeutender sein als hundert kleine Komfortstörungen.

Eine Pareto-Analyse priorisiert deshalb nach tatsächlicher Produktionswirkung.

Technische Verbesserungen wirtschaftlich begründen

Wird sichtbar, dass eine bestimmte Facility-Infrastruktur regelmäßig Produktionsverluste erzeugt, lassen sich Investitionen besser bewerten.

Beispielsweise können:

  • zusätzliche Redundanz,

  • größerer Pufferspeicher,

  • Modernisierung,

  • Condition Monitoring,

  • Ersatzteilbevorratung

durch vermiedene Produktionsverluste wirtschaftlich begründet werden.

Keine einseitige Schuldzuweisung

Das Ziel ist ausdrücklich nicht, Störungen „dem FM anzulasten“.

Vielmehr soll verstanden werden, wie Produktionsleistung und Infrastruktur zusammenwirken.

Ein Ereignis kann auch mehrere Ursachen besitzen.

FM-Wirkung in Produktionssprache ausdrücken

Mit einer gemeinsamen Kennzahlensystematik kann das Facility Management seinen Beitrag zur Wertschöpfung deutlich besser darstellen.

Statt nur „98,5 % Anlagenverfügbarkeit der Kälteversorgung“ zu berichten, kann gezeigt werden, welche Produktionszeit durch stabile Infrastruktur gesichert beziehungsweise durch technische Infrastruktur verloren wurde.

Damit wird FM-Performance unmittelbar anschlussfähig an Produktionssteuerung und Management.