Sauberkeit in Fertigungsflächen nach Prozessrisiko organisieren
In Produktionsumgebungen ist Reinigung nicht ausschließlich eine Frage des Erscheinungsbildes. Staub, Fasern, Öl, Metallpartikel oder chemische Rückstände können Produktqualität, Arbeitssicherheit und technische Anlagen beeinflussen.
Die bestehende Fertigungs-Microsite behandelt Reinigung und Hygiene bereits in der Planung und verweist auf besondere Anforderungen unter anderem in sensiblen Produktionsbereichen. Eine übergreifende Seite zur technischen Sauberkeit an der Schnittstelle zwischen Produktion und FM fehlt jedoch.
Technische Sauberkeit und Kontaminationsschutz systematisch gewährleisten
Diese Zonierung bildet die Grundlage für Reinigungsverfahren und Frequenzen.
Verschmutzungsquellen identifizieren
Bevor Reinigung optimiert wird, sollte verstanden werden, woher Verschmutzung stammt.
Mögliche Quellen sind:
Produktionsprozess,
Materialtransport,
Verpackungen,
Außenluft,
Schuhe und Fahrzeuge,
Wartungsarbeiten,
Leckagen,
Verschleiß von Maschinen.
Oft ist es wirtschaftlicher, Verschmutzung an der Quelle zu reduzieren, statt sie permanent mit höherem Reinigungsaufwand zu beseitigen.
Reinigung und Produktion koordinieren
Ein Reinigungsverfahren kann selbst den Produktionsprozess beeinflussen.
Staubaufwirbelung, Wasser, Reinigungschemie oder Maschinenbewegungen können sensible Prozesse stören.
Deshalb sollten Verfahren, Zeitfenster und geeignete Mittel gemeinsam festgelegt werden.
Die bestehende Prozessoptimierungsseite nennt fehlende Abstimmung zwischen Reinigung und Produktion bereits als typischen Schnittstellenfehler.
Technische Anlagen einbeziehen
Sauberkeit endet nicht am Boden.
Relevant können auch sein:
Kabeltrassen,
Maschinenumfelder,
Lüftungsauslässe,
Hallenkonstruktionen,
Leuchten,
schwer zugängliche Oberflächen.
Ablagerungen können technische Funktionen beeinträchtigen oder bei Instandhaltungsarbeiten erneut in Produktionsbereiche eingebracht werden.
Wartungsarbeiten als Kontaminationsquelle beherrschen
Bohren, Schleifen, Öffnen von Decken oder Arbeiten an Leitungen können erhebliche Partikel freisetzen.
Für sensible Fertigungsbereiche sollte deshalb vor technischen Arbeiten festgelegt werden:
Abschottung,
Schutzabdeckung,
Reinigungsverfahren,
Abschlusskontrolle,
Wiederfreigabe.
Reinigungsergebnis messbar gestalten
Optische Sauberkeit allein reicht für kritische Prozesse möglicherweise nicht.
Je nach Fertigungsart können zusätzliche Prüfkriterien definiert werden.
Wichtig ist, dass das FM genau weiß, welche Qualität geschuldet ist und wie sie kontrolliert wird.
Ereignisse auswerten
Treten Produktfehler oder Kontaminationen auf, sollte das FM in die Ursachenanalyse einbezogen werden, wenn Gebäude- oder Serviceprozesse als Ursache infrage kommen.
Technische Sauberkeit als gemeinsame Prozessqualität
Facility Management verantwortet die Reinigungsorganisation. Produktion kennt die Empfindlichkeit des Prozesses.
Erst die Verbindung beider Perspektiven führt zu einem passenden System.
Technische Sauberkeit bedeutet deshalb, Reinigung nicht pauschal nach Quadratmetern zu organisieren, sondern nach den tatsächlichen Kontaminationsrisiken und Qualitätsanforderungen der Fertigung.