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Produktionsmedien: Übergabepunkte und Medienqualität

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Produktionsmedien, Übergabepunkte und Medienqualität in der Fertigung mit definierten Versorgungsstandards

Produktionsfähigkeit beginnt an der technischen Medienversorgung

Eine Produktionsmaschine benötigt meist deutlich mehr als einen Stromanschluss. Druckluft, Kühlwasser, Prozesswasser, technische Gase, Absaugung, Datenverbindungen oder Kälte können unmittelbar darüber entscheiden, ob eine Anlage zuverlässig produziert und die geforderte Produktqualität erreicht.

Die bestehende Fertigungs-Microsite behandelt Systemgrenzen bereits grundsätzlich. Auch die SLA-Schnittstellenseite beschreibt zahlreiche physikalische Übergabepunkte detailliert. Was bislang fehlt, ist eine eigenständige Betrachtung der Qualität und tatsächlichen Leistungsfähigkeit der am Übergabepunkt bereitgestellten Produktionsmedien.

Produktionsmedien und Medienqualität systematisch steuern

Übergabepunkt eindeutig festlegen

Zwischen Gebäudeinfrastruktur und Produktionsanlage muss klar sein, wo die Verantwortung des Facility Managements endet und die Verantwortung der Fertigung beziehungsweise des Maschinenbetreibers beginnt.

Ein solcher Point of Interface sollte mindestens beschreiben:

  • genaue räumliche Lage,

  • Medium,

  • Anschlussart,

  • Verantwortlichkeit,

  • Sollparameter,

  • zulässige Schwankungen,

  • Messstelle,

  • Absperrmöglichkeit.

Bei Druckluft genügt beispielsweise nicht die Aussage „FM liefert Druckluft“. Relevant sind Druck, verfügbarer Volumenstrom und gegebenenfalls Qualitätsanforderungen.

Medienqualität als Produktionsparameter verstehen

Für Produktionsprozesse kann die Beschaffenheit eines Mediums ebenso wichtig sein wie seine Verfügbarkeit.

Druckluft kann Anforderungen an Partikel-, Feuchte- oder Ölgehalt unterliegen. Kühlwasser benötigt gegebenenfalls definierte Temperaturen, Druckverhältnisse und Wasserqualitäten. Bei technischen Gasen können Reinheit und Versorgungssicherheit entscheidend sein.

Die bestehende Ausführungsplanungsseite weist bereits darauf hin, dass beispielsweise Druckluftqualitäten, Wasserdruck und technische Gase an den Maschinenanforderungen auszurichten sind.

Nennwert und reale Verfügbarkeit unterscheiden

Ein Netz kann rechnerisch ausreichend dimensioniert sein und trotzdem bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Produktionsanlagen an seine Grenzen kommen.

Daher sind neben den statischen Planungswerten reale Betriebszustände relevant:

  • Normalbetrieb: Welche Werte stehen dauerhaft zur Verfügung?

  • Spitzenbetrieb: Was passiert bei maximaler Fertigungsauslastung?

  • Störbetrieb: Welche Werte bleiben bei Ausfall einer Erzeugungseinheit erhalten?

  • Erweiterung: Welche Reserve besteht für zusätzliche Maschinen?

Diese Betrachtung verhindert, dass Engpässe erst nach Installation weiterer Produktionsanlagen sichtbar werden.

Messstellen an den richtigen Stellen vorsehen

Eine zentrale Messung an der Energiezentrale genügt häufig nicht, wenn Ursachen von Produktionsproblemen untersucht werden sollen.

Kritische Übergabepunkte sollten daher so ausgestattet sein, dass Druck, Temperatur, Durchfluss, Qualität oder Verbrauch bei Bedarf nachvollzogen werden können.

So lässt sich beispielsweise klären, ob eine Maschinenstörung tatsächlich an der Maschine oder bereits an der Versorgungsschnittstelle entstanden ist.

Veränderungen kontrolliert durchführen

Neue Maschinen, geänderte Betriebszeiten oder höhere Produktionsmengen können die Medienbilanz eines gesamten Hallenbereichs verändern.

Deshalb sollte jede relevante Veränderung eine Prüfung auslösen:

  • zusätzliche Anschlussleistung,

  • vorhandene Reserve,

  • Auswirkungen auf andere Verbraucher,

  • notwendige Messung,

  • neue Absperr- oder Regeltechnik.

Von der Leitung zur vereinbarten Versorgungsqualität

Produktionsmedienmanagement bedeutet damit mehr als Rohrleitungen und Kabel bereitzustellen.

FM und Fertigung benötigen für kritische Medien eine gemeinsame Definition, welche Versorgungsqualität am Übergabepunkt verbindlich vorhanden sein muss und wie diese im Betrieb nachgewiesen wird.

Damit wird die technische Schnittstelle messbar. Produktionsstörungen können schneller zugeordnet, Erweiterungen sicherer geplant und Verantwortungsdiskussionen zwischen Fertigung und Facility Management deutlich reduziert werden.

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