FM muss hier Reinraum, Trockenraum und Energieinfrastruktur als zusammenhängendes System steuern. Erforderlich sind stabile Druck- und Temperaturkaskaden, definierte Reinheitsklassen, Feuchtekontrolle, hochverfügbare Prozesskälte, Filter- und RLT-Monitoring, qualifizierte Reinigungsregime, zonenscharfe Zutritts- und Materialflüsse sowie belastbare Erst- und Wiederqualifizierungen. Für Reinstmedien gibt VDI 2083 Blatt 7 einen Rahmen für Planung, Ausführung und Betrieb von Versorgungssystemen einschließlich Druckluft-Reinheitsklassifizierung; in Elektronikbereichen muss ESD-Schutz in Boden-, Möbel-, Werkzeug-, Lager- und Personensysteme übersetzt werden. Zusätzlich braucht dieses Cluster eine überdurchschnittlich gute Stromqualität mit USV-/Sicherheitskonzept, weil kurze Einbrüche ebenso schädlich sein können wie komplette Ausfälle.
Für Batteriestandorte ist das FM-Risikoprofil nochmals spezieller. DGUV Information 205-041 beschreibt Gefahren von Lithium-Ionen-Batterien und Hinweise zur Brandverhütung; für produktionsnahe Lagerung, Quarantäne, Prüfflächen und beschädigte Zellen bzw. Module sind deshalb getrennte Sicherheitskonzepte sinnvoll. Betreiberseitig sollten Taupunktabweichung, Kontaminationsereignis, Türdisziplin, RLT-Leistungsabfall, Druckluftreinheit und Prozesskälte genauso alarmiert werden wie Brand- oder Rauchereignisse. OT-seitig sind nach BSI Leitsysteme und ICS als eigener Schutzbereich zu behandeln; in hochdigitalisierten Werken betrifft das Reinraumsteuerung, Trockenraum, Energieversorgungen, Sicherheitssysteme und das MES gleichermaßen.